clemens gadenstätter
wien

kleiner ausschnitt aus madrigal 1
neue vokalsolisten stuttgart
text lisa spalt














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ralf burnicki
Neunzehnhundertnenundneunzig


Über die Rampe ins Innenfutter der Notaufnahme geschleust zeigt der Patient keine Bedenken, eher strenge Disziplin, die er sich von den weißen Arztkitteln abschaut, seine Gedanken umrundet vom enger werdenden Kreislauf des Personals, das mit ausgesuchten Worten zum Krisenfall vordringt. Weil es gilt, Übergänge zu schaffen und Antworten als Desinfektionsmittel bereitzustellen.
Keine Störung der durch Zuständigkeiten abgesteckten Gravitationsfelder, alles läuft routinemäßig, keine längeren Distanzen zwischen Aktenlage und Hirnrinde.
Der Raum zu geraden Linien zusammengenäht, die Beleuchtungen geben keine Abgründe preis & das Personal ist gewohnt, den Schmerz gründlich einzuweisen,
auch die Geräusche hinterlassen keine unnötigen Ballungen oder Blutflecken, etwaige Rückstände sind sofort und umstandslos zu entfernen, wenn die Imprägnierung des Körpers beginnt


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werner schermeier
miniausschnitt
aus dem 35stundenstück














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hörspiel
lisa spalt
wien




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kleiner ausschnitt aus
verstehen der männer der frauen




















hulliams kamlem
tiko kamerun
lebt zur zeit in
duala kamerun






es war so…


Drei gramm leichtsinn
schlichen in meinen abend
baertig, halbberauscht und froestelnd
ohne umlaut
und voller unverschaemtheit

ich roch daran die goldenen silben
murmelte unverstaendliches
lachte entrueckt

dann trank ich die lebensmuedigkeit
mit dem elixir
und starb nur im schein.
























bühnenprobe
















mokka/intermezzo
trio allsaitz
jürgen schellin: gitarren, geige
galli trauernicht: gitarren
jürgen zimmermann: gitarren, cello







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klaus stadtmüller
buenos aires






tyrannenflaum, tyrannenflaum
scheut blind allein der städter.
der grient in dur sehr fromm und breit
und schmaucht vom hintern, ständ´ bereit
mit wannenschaum, mit wannenschaum
und glüht in feinem wetter.
























matthias bronisch
erkläre mir liebe







Erkläre mir Liebe!
Leise,
leise wie sich der Schnee
auf Zweige, Gräser, Schmerzen legt.

Erzähl mir nichts von Orpheus’ Klagen!
Vielleicht vom Licht, das übers Wasser Zeichen gibt.

Lass Lear doch jammern!
Vom Faden sprich mir, wie er durch die Finger läuft
und nachts sich rückwärts wickelt auf das Knäuel.

Wiederhol mir nicht
die Schmeichelreden Cyranos!
Was sind sie gegen jenes Ach in stiller Kammer,
wo das Spinnrad surrt.

Erkläre mir Liebe,
die zwei Bäume wachsen lässt,
in deren Rauschen Ungewissheit
leise, leise verstummt.


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gisela schuto


















horst a. bruno
patricia lips weg fortsetzen





daran Kritik und
soziale Vergangenheit
Frühwarnsysteme

der jüngeren Nacht
Marksteine dies einige
nur sind Wasser dies

Frühwarnsysteme sind
soziale nur und
Wasser einige

Marksteine Wasser
vom Wäschewalkblock hin der
jüngeren Nacht die

Vergangenheit durch
Mondlicht Kritik Wasser rinnt
im daran zarten

erweiterter Nacht
Ganztagsschulen Kinderzuschlag
Leistungsgesetz

Kindertagesstätteneinrichtungen
ausgeweitete
Wasser

Betreuungsangebote
Betreuungsangebote
Marksteine

ausgeweitete
Kindertagesstätteneinrichtungen
Wasser

rinnt Kinderzuschlag
erweiterter Ganztagsschulen
Wäschewalkblock

mit Elterngeld rinnt
Weg fortsetzen dem Wasser
Leistungsgesetz rinnt

für erfolgreichen
Familien einen sehr
wollen wir wollen

Familien wir
einen für Leistungsgesetz
mit dem Wasser sehr

erfolgreichen Weg
rinnt Patricia Lips Weg
fortsetzen Wasser

Wäschewalkblock vom
Elterngeld die Nacht hin durch
Wasser Mondlicht rinn




eine akustische interpretation
von marc schröder
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ilse kilic & fritz widhalm
das unbehagen in der figur
ein hörstück in sieben teilen
ausgestrahlt vom sender
freies radio oberösterreich












TEIL/ 1
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TEIL/ 2
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TEIL/ 3
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jürgen zimmermann
galli trauernicht

kindergardenrap














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lisa spalt
wien
private




Über den private den Mantel zu breiten,
definiert den Topos zwischen Binsen.
Der Bau meines Vogels konstruiert
die entsprechende Perspektive,
darin der private zunächst als ein Teil des
Außenbereichs erscheint, als ein gestocktes Auge,
das unter diesem geschoppten Betttuchersatz
eines vorgestellten Bewusstseins mit einem Sinn
gekoppelt werden will.
Mensch, da ist einiges,
was (noch) nicht vollständig in einem
Stoff begriffen wurde.

Lüften: Beim Eindringen in die Materie
verursachen wir die gewollten Deformierungen.
Der Lauf der Waffe wird durch den Mantel
vor Verbleiung geschützt,
der Kopf nicht mehr vom Mantel umschlossen.



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fritz widhalm
wir



die nacktheit ist kein bild
auch kein vorspiel der erziehung
ich glaube vielmehr
die nacktheit bleibt immer unbedacht
die ganze welt ist üppigkeit und singt ein lied
gelegenheit macht scharf
gegebenheit macht scharf
das fell über die ohren das fell über die augen
hören und sehen vergeht aber wem erzähle ich das
die üppigkeit ist triebhafter und köstlicher als ich und du
sie sticht ins blut und in die runden
wo das fleisch gegen unseren arsch knallt
die ganze welt ist üppigkeit
und die gemeinste form des wirwerdenwollens
das sichhinknien triefend wie angepischt nacktheit
ist das schönste gewühl die haut kann glitschen und gleiten im kreise ja sicher im wollen und wuchten
wieder und wieder im alphabet wo alles weich ist
und laute winde wehen
wie soll es weitergehen
wie soll es weitergehen


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sigrid klammer




















inszenierte lyrik
meeting highlife














bearbeitung
péter litván
ungarn

vorgetragen von
viktória borbély
nikolaus gerszewski
zoltán kerekes jr.
tamás turay

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michael halfbrodt
aus drinnen & draussen
kapitel eins





eigentlich geschieht es ja
immer
oder wenigstens
immer und immer wieder
dass welche wo reingehen
wo sie meinen
was machen zu können
damit da draussen
wo sie bisher waren
und wo nicht alles so ist
wie sie meinen
dass es sein sollte
oder wo
überhaupt nichts
so ist
wie sie meinen
dass es sein sollte
was anders wird
weil sie nämlich meinen
dass das
was draussen geschieht
von dem bestimmt wird
was drinnen geschieht
und darum das
was draussen geschieht
nur anders werden kann
das heisst
so
wie sie meinen
dass es sein sollte
wenn auch
und zunächst einmal
das anders wird
was drinnen geschieht


























peter bornhöft
irreparabel


Als meine schöne vornehme Großmutter in ihren prächtigen, langen, hoch ge­schlossenen Kleidern, mit der elfenbeinernen Gemme am Hals und den kunst­voll aufgesteckten silbrigen Haaren, meine Großmutter, die mir immer so vor­kam, als sei sie ei­nem Roman von Fontane entstiegen, als diese kluge und hals­starrige Frau in einem unserer letz­ten Gespräche, bei denen es wie immer auch um die Ver­gangenheit ging, (es muss Anfang der Siebziger gewesen sein, wahrscheinlich im November anlässlich mei­nes Besuches zu ihrem Geburtstag), als sie auch in diesem Gespräch wieder und wieder darauf be­stand, sie habe von alledem nichts gesehen, keine zersplitterten Fensterscheiben, keine zer­störten Häuser, keine brennenden Syn­agogen, keine misshandelten Juden, und sie könne sich auch nicht daran erinnern, dass man später irgend­welche Juden aus ihren Wohnungen vertrieben habe



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ilse kilic
happy end


eins und eins ein happy end. oder täusche ich mich mit einer kleinen bewegung einer kleinen bewegung des blatt papiers des papiers das die nachricht zuträgt die nachricht vom weitermachen weitermachen man möchte schon (und während) möchte schon möchte schon wiederholt und eins (ihre äußere erscheinung) eins und eins oder eins bringen sich vorbeugen sich vorbeugen besser zitieren können (film) den geringsten teil
teil
ihre
augen augen die ihre brüste die ihre himmel ihre augen zerknittert (rahmenhandlung) wo von ich die ganze zeit und verstehen gewinnen verlieren verlieren kein spiel und verstehen zusammen die unterstützung oder die rede die besonderen lichtverhältnisse (eisenbahn) die beine sprechen zusammen zusammenkommen zusammenbrechen ja ja der geringste teil den ich sehe (meine eiserne verwirrung) nähmlich es gibt meine beste und mein bester verstehen ihr teil verstehen verstehen es heißt nicht augen im streit wenn man vorbeigeht lebwohl (und das schmiedeeisern gekrönte portal) nase und mund sagen lebwohl
lebwohl im streit im streit























xu fengxia
ein zwischenspiel














audio























tentakel
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