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2009/2


BERICHTE
ÜBER DAS ERLANGEN DER LEICHTIGKEIT/
GEDANKEN UND ZEICHNUNGEN VON
GÜNTER SPECHT


SEIT 1993





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der mond stürzte
der tau verglühte
das schifflein aber
nur aus nachrichten von gestern
schwamm
war stolz
weil alle es 'parolendampfer' nannten


15.3.09








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je dümmer der mensch
um so mehr unkraut wächst in seinem garten
denn dumme nennen alles unkraut
dessen namen und zauberhaftes wesen sie nicht kennen






meconopsis cambrica
typisch für hummelparadiese

fröhliche sonnenflecken
die fast das ganze jahr blühen
und dich morgen für morgen begrüssen



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ja sicher
er war ein wort

klar
ein bestimmtes

mit welcher bedeutung aber

nahm der eine es in den mund
so meinte es dies
nahm der andere es in den mund
so meinte es jenes

ein wort also das den sinn wechselt
jenachdem wer es spricht

18.1.09








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zähnefletschen und ohren anlegen
das konnte er nun schon
das eine um den starken zu markieren
das andere um sich zu unterwerfen

das reichte fürs leben

ansonsten hörte er gern
den geschichten zu

ja
davon träumte er
dereinst
als einsamer wolf
aber frei
frei ganz frei
durch die wälder zu streifen

als er sich zu seinen 5 geschwistern kuschelte
schauerte ihm
wie eiskalt doch seine gedanken

17.1.09







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noch während wir schliefen
wurde die mondpflicht eingeführt
in den grauen morgenstunden
den stunden voller fragen
holperten die erklärer

schwankten über die gedankengänge
fielen in die gruben ihrer wissenslücken
aber trösteten

trösteten uns
in den ersten mondpflichtigen tag




12.3.09








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urlaubszeit


erlebnisberichte aus libau
urlaub in einem hügeligen land





und das letzte stück ist mir am liebsten
vorbei am "alten kohlkopf"
7 kilometer immer nur abwärts
ohne treten











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heute
wirft man keine partner mehr weg
denn
bei den hochzeiten
werden kaum noch fehler gemacht
das magische der linsen geladen ins haus
rot die linsen in ihren roten säcken stehen
in der südwestlichsten ecke

die wegwerflaune aber
wurde im klaren brunnen ersäuft

13.1.09








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die wahrscheinlichkeitsmaschine
nutzt alle heute verfügbaren nachrichtenträger
und führt so den inhalt schrittweise
zu immer höheren wahrheitsgehalten/
erreichbare höchstmarke:
wahrscheinlich ziemlich wahr/
das entspricht einem wahrheitsgehalt
von fast 67%/
diese relativ hohe reinheit wurde bisher
von keinem anderen gerät erreicht

20.3.09









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alternatives
sonntagsvergnügen



bosseltruppe von hinten




bosseltruppe vorn



spassfaktor
100
kostenfaktor
0
nebenwirkungen
dramatisch



24.3.09








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und an was erkennen wir nun
dass er ein gott ist

naja
also tanzen
müsste er schon können


24.3.09









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jede waldlichtung
atmet ihren eigenen klang
ein tausendfacher sound
aus schwingenden
gräsern blättern und zweigen
dem eiligen wie vereinbartes schweigen

der lichtungshorcher aber
offenbart ihre tonseligen weiten


25.3.09








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kindersitz
bischofssitz
schneidersitz
nachsitz
vorsitz

1.4.09










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rheinische missionsgeschichten

1.4.09







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die vorzimmerdamen gottes

werbe ikone wolle sie werden
nun
dachte ich mir
sie wird es lieben
wenn die menschen vor ihr knien
und flüstern

cecil
in meiner not
ich bitte dich
helf meinen worten


ikonen
nicht mehr als bemalte bretter
nein
als knackige marien cecilien und lilien
in gottes vorzimmer
sitzend von zeit zu zeit auf seinem schoss
um wünsche zu lanzieren

süss flüsternd
verführen sie gott
zum guten





2.4.09









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die guten geister sind nicht mehr mit uns
als die mode des fürchtens aufkam
ging die gute zeit des gemeinsamen wirkens von geistern und menschen zu ende/ scheu zogen sie sich in wenige köpfe zurück/ bewirken nur noch vorsichtige wunder/ oft vom bewohnten selbst nicht bemerkt/ selten sieht man sie beim verlassen ihrer schutzhirne im dämmern auf aussentreppen die sterne geniessen/



4.4.09








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unscheinbare efeublüte
dein duft lockt falter
ein flatterndes kleid
lässt glühen dich und schimmern
eine notenwolke tausendfach
summt trunken übers märchenschloss


10.4.09







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ich glotze
du glotzt
er glotzt
sie glotzt
es glotzt
wir glotzen
ihr glotzt
sie glotzen



11.4.09








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eine zeit
da mir der himmel allein




heute waren die wolken aus der karibik da
leichtherzig herübergezogen fast wie neu
flockenweiss mit tiefblauem hintergrund
für mich ganz allein

musst ich sie mir sonst doch
noch mit den schwalben teilen

die aber waren weit
schwätzten noch am nil




7.4.09








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zeit wird zum
sichtbaren objekt




kolonnen von einmachgläsern zeigen den
gesammelten täglichen verlust/ verlorengegangene
haare der letzten 30 jahre des gedankenwerkers
günter specht/ von glas zu glas zeigen sie ihr
fortschreitendes ergrauen/ zeigen das fortschreiten
von verlust und verfliessender zeit/
machen das unfassbare optisch fassbar/
zeit wird zum sichtbaren objekt


der tägliche verlust







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als ich geboren wurde
war die erde verteilt
indianer spielte ich auf feindlichem boden
mein platz in planloser ferne

heute
ich edler zu den spechtartschen wäldern
weiss
das betreten dieses sonderlichen bodens
ein schwimmendes gedankenfloss
nur gelingt mit sonderlichen schritten

habe ich doch schon oft geladen
doch die geladenen erkannten nicht
meine mit sorgfalt verflochtenen weiden
meine lichtungen
meine wahrheitsmaschinen

sie seien ohne irdischen glanz
und ich ein märchenerzähler

ein kind aber
dechiffrierte die codes

stand es doch vor allem
und staunte

oh ein schloss






5.4.09






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